Erwin wollte sich gerade ein Joghurt kaufen, da fand er die Stadt leer. Die Kassiererin bei Penny-Markt war nicht mehr da. Die Bundeskanzlerin auch nicht. Erwin nutzte die Gelegenheit und besah sich in aller Ruhe einen großen Mercedes, der am Strassenrand stand. Dann machte er sich Brote und lief zur Stadtgrenze. Hier war auch niemand, so setzte er den Marsch fort. Auf einer Wiese in Mecklenburg-Vorpommern wurde der ewig Suchende, also Erwin, fündig. Alle Frauen und Kinder und auch alle Männer lagerten nackig im hohen Gras. Da wusste Erwin nicht, was tun. Er zählte durch und kam auf rund 80 Millionen Menschen. Dann schaute er in seine Philosphie-Fibel. „Warum nicht?“, las er darin, und: „Jeder nach seiner Fasson.“ Das nahm sich Erwin zu Herzen und tatsächlich, in den folgenden Wochen, als alle wieder auf ihren Plätzen waren, erwähnte er den Vorfall nicht weiter. Aber als dann, Monate später, ein ganz kleiner Mann in diesen riesigen Mercedes stieg, da konnte sich Erwin, ein Lächeln. Einfach nicht. Verkneifen.
Montag, 17. November 2008
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